Begabtenförderung

Begabte Schülerinnen und Schüler an der IGS Wedemark – fordern & fördern

Unterthemen:

  1. Unser Verständnis von Begabung
  2. Begabtenförderung und binnendifferenzierter Unterricht
  3. Schwerpunkte als Forderinstrument
  4. Kooperation mit dem Hochbegabtenverbund
  5. Weitere Kooperationspartner
  6. „Drehtürmodel“
  7. Ansprechpartner
  8. Angebote des Qualitätsnetzwerk Gesamtschulen – Q IGS
  9. Vernetzung mit der Universität Hannover/außerschulische Lernorte
  10. Das „Leid“ der Hochbegabten
  11. Austauschprogramme und Sprachförderung/Skifahrt

 

1 Unser Verständnis von Begabung

Jedes Kind hat Talente – je nach Ausprägung spricht man auch von Hochbegabung, Teilbegabung oder auch gern landläufig von „Talent“.  Nach unserem Verständnis zeigt sich eine Begabung in ganz unterschiedlichen Bereichen. Nicht nur eine mathematische, sprachliche oder musikalische Begabung ist eine solche, sondern z.B. auch besondere Fähigkeiten im sportlichen, im künstlerisch-kreativen, ja sogar im sozialen Bereich gehören zu den besonderen Talenten, die wir an der IGS fordern und fördern. Bekannterweise sind Kinder in sehr jungem Alter vielfältig zu „begaben“. Oft ist eine Begabung nämlich nicht unbedingt angeboren, sondern durch das Elternhaus oder besondere Umstände in der Kindheit geweckt oder früh gefördert worden. Hier möchten wir ansetzen und mit Ihnen, liebe Eltern, gut im Gespräch sein, wie wir ihr Kinder an unserer Schule weiter fordern, fördern und unterstützen können. Durch unser breites Bildungsangebot ist es uns eine Herzensangelegenheit, ihr Kind zu „begaben“ und ihm viele Anregungen zu geben. Die Angebote im teilgebundenen Ganztagsmodell und unsere Kooperationspartner unterstützen uns dabei.

 

2 Begabtenförderung und binnendifferenzierter Unterricht

Unsere Lehrwerke und unser Unterrichtsmaterial sind auf eine heterogene Schülerschaft, von der Gesamtschule lebt, zugeschnitten. Differenzierte Lernangebote, die sowohl schwache als auch besonders begabte Kinder ansprechen, finden sich in mittlerweile fast allen Lehrwerken. Unterschiedliche Arbeitshefte, Lernbuffets, offene Aufgabenstellungen, projektartige Unterrichtsvorhaben und eine breite Methodenschulung fordern jedes Kind  in angemessener Weise. Das TIGA Modell unterstützt uns darin, das teamorientierte Lernen als erhöhte soziale Anforderung an die Kinder heranzutragen. Teamarbeit ist viel mehr, als dass nur vier Kinder an einem Tisch zusammensitzen. Gelingende Teamarbeit ist harte Arbeit und erfordert eine gezielte Unterstützung. In Jahrgang 5 führen wir gezielt Teamtraining durch.  Wir bilden unsere Lehrkräfte regelmäßig fort. Wettbewerbe wie der Vorlesewettbewerb, Känguru (Mathematik), big challenge (Englisch) und Jugend debattiert sind fester Bestandteil unserer Fachcurricula.

 

3 Schwerpunkte als Forderinstrument

Unsere 5 Schwerpunkte sind zunächst als breitenförderndes Element angelegt. So können musisch-darstellerisch-körperlich begabte Kinder am Musik-, Theater- oder Sportprofilunterricht teilnehmen. Naturwissenschaftlich oder allgemein an Forschung interessierte Kinder sind im Schwerpunkt Forscher gut aufgehoben. Die Kinder, die Freude am Diskutieren, Mitgestalten und gesellschaftlich aktiv werden zeigen, sind im Europaschwerpunkt gut aufgehoben und finden dort Betätigungsfelder. Die relativ offene Herangehensweise im Schwerpunktunterricht, der zwar jeweils eine Ausrichtung wie oben genannt hat, aber kein in Beton gegossenes Curriculum vorweist, ermöglicht es Lehrkräften und Schülern hier auf wunderbare Weise eigene Arbeitsschwerpunkte zu setzen und gemeinsam ganz neue Betätigungsfelder zu finden. Da kann es sein, dass man besondere außerschulische Lernorte aufsucht, an Wettbewerben teilnimmt, Auftritte und Aktionen plant und durchführt oder auch Projekte bearbeitet.  Mit unseren Schwerpunktklassen haben wir schon allerlei Preise gewonnen. Darauf sind wir stolz. Dass es im Laufe der 6 Jahre Schwerpunktunterricht auch mal zu Ermüdungserscheinungen kommt, ist uns bekannt und auch relativ normal. Hier heißt es dann: durchhalten, neue Wege suchen und aufeinander eingehen, um Interessenausgleiche zu finden. Das ist Demokratie und Mitbestimmung zugleich und fördert darüber hinaus Durchhaltefähigkeit, Engagement und Kritik- und Konfliktfähigkeit. In der Regel finden LehrerInnen und SchülerInnen bald wieder Gefallen am Schwerpunkt und gehen gemeinsam neue Wege, wenn die Durststrecke überwunden ist. Auch das gehört zum Lernen dazu.

 

4 Kooperation mit dem Hochbegabtenverbund

Unsere Schule ist Mitglied im Hochbegabtenverbund. Das bedeutet, dass sich ein Lehrerteam aus mehreren unterschiedlichen Schulen regelmäßig trifft, bespricht, fortbildet, Elterninformationsangebote macht und darüber hinaus einmal im Jahr die sogenannten „Talentetage“ alternierend an den teilnehmenden Schulen durchführt. Im Rahmen dieser Tage werden ganz unterschiedliche Workshops angeboten, die vielfältige Forderangebote machen. Unsere Lehrerschaft erhält regelmäßig Angebote aus der Lehrerfortbildung, in denen es um Fordern und Umgang mit Hochbegabung geht.

 

5 Weitere Kooperationspartner

Die IGS ist eine „mobile“ Schule. Das Aufsuchen von außerschulischen Lernorten ist uns ein Anliegen. Nur mit Erlebnissen, Emotionen und Handlungen verknüpftes und aktives Lernen ist ein nachhaltiges Lernen. Daher freuen wir uns, Ihnen unsere Kooperationspartner vorzustellen: fest und vertraglich verbunden sind wir mit Niedersachsenmetall, der Musikschule Wedemark und der Kunstschule Wedemark. Dazu kommen noch Hannover 96 und die Recken, sowie das Schauspiel Hannover, mit denen wir projektartig und regelmäßig kooperieren, ebenso wie die Hochschule mit ihrem X-LAB. Wir wünschen uns eine Ausweitung der Kooperationen. Denkbar ist z.B. eine fest installierte Zusammenarbeit mit dem NABU. Ein besonderes Angebot für technikinteressierte Kinder und Jugendliche ist die Technik AG von Herrn Opper, der sowohl montags für die Jüngeren, als auch dienstags für die Älteren ein AG Angebot hat.

 

6 „Drehtürmodell“

An unserer Schule ist es z.B. bei einer vielfachen Leistungsunterforderung nach Absprache und genauem Abwägen möglich,  ihr Kind eine Klasse überspringen zu lassen. Bei einer vorliegenden Teilbegabung kann Ihr Kind auch nur in einem oder mehreren Fächern am Unterricht höherer Klassen teilnehmen, ohne gleich die gewohnte Stammgruppe zu wechseln. Diese Fälle sind zwar selten, aber sie sind schon erfolgreich an unserer Schule vorgekommen. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht.

 

7 Ansprechpartner

In erste Linie sollten Sie Kontakt mit den Stammgruppenlehrkräften Ihres Kindes aufnehmen, wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Kind sei unterfordert, brauche mehr „Futter“. In der Regel haben unsere Lehrkräfte hier ein offenes Ohr und sind gern bereit Sie und Ihr Kind zu beraten, wie eine erhöhte Forderung im ganz normalen Schulalltag eingeflochten werden kann. Zusätzlich zu den unterrichtenden Lehrkräften wie StammgruppenlehrerInnen und FachlehrerInnen, die die Erstberatung übernehmen, bieten wir ein breites Beratungsangebot. Sehr gern können Sie auch die Sekundarstufenleitung I, didaktische Leitung und die Schulleiterin nach dem Erstkontakt  in diesen Fragen ansprechen. Auch unser Sozialpädagoge ist ein guter Ansprechpartner.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.landesschulbehoerde-niedersachsen.de/bu/eltern-schueler/hochbegabung

 

 

8 Angebote des Qualitätsnetzwerks Q IGS

Seit ungefähr 2015 haben sich um die 30 Gesamtschulen der Region und der Stadt Hannover zu einem Qualitätsnetzwerk zusammengeschlossen. Neben einer gemeinsamen Fortbildungsarbeit des Führungsteams, des mittleren Managements und der Fachkollegen arbeitet das Netzwerk auch an besonderen Angeboten wie z.B. Auslandsaufenthalten, Schülerakademien, Sommerschulen und besonderen Akzenten in der Begabtenförderung.

 

9 Vernetzung mit der Universität Hannover/außerschulische Lernorte

Die Universität Hannover stellt regelmäßig ihre Forderangebote bei uns im Unterricht vor. Einmal im Jahr besuchen die Scouts der Leibnizuniversität unsere Schülerinnen und Schüler in den Klassen und stellen UNI Kikk und die Angebote der Hochschule für Kinder vor. Wir besuchen mit der Oberstufe die Universitäten sowie auch die Landesbibliothek. Regelmäßig findet NW-Unterricht auch im X-LAB  statt. An der IDEEN Expo nehmen wir regelmäßig – auch als Aussteller im Verbund mit Niedersachsenmetall – teil.

 

10 Das Leid der Hochbegabten

Mitunter beobachten Eltern hochbegabter Kinder mit Sorge, dass ihr Kind scheinbar Schwierigkeiten hat, in der Gruppe Gleichaltriger Anschluss zu finden. Manchmal unterscheiden sich hochbegabte Kinder von Gleichaltrigen, indem sie eine andere „Sprache“ sprechen, „nervige“ Fragen stellen oder Spiele albern und kindisch finden. Einige hochbegabte Kinder vereinsamen, verhalten sich auffällig und/oder ziehen sich in sich zurück. Hier haben wir gute Erfolge zu verzeichnen. Der Umgang mit anderen in der teilgebundenen Ganztagsschule, die feste Stammgruppenstruktur über 6 Jahre, die besonderen Beziehungen zwischen Pädagogen und Schülern und unser Prinzip, Wert auf die Bearbeitung von Konflikten, Störungen und Besonderheiten zu legen, zeichnet uns aus. Wir haben einige Fälle von hochbegabten Kindern vorzuweisen, wo deutlich wurde, dass diese Kinder sich mehr und mehr öffnen und neben ihrer Hochbegabung auch lernen, soziale Kontakte zu vertiefen.

 

11 Austauschprogramme und Sprachförderung/Skifahrt

In unsere Schule gibt es mittlerweile etablierte Austauschprogramme mit einigen Schulen. So ist der Bexhill-Besuch in England bereits Tradition im 8. Jahrgang. Diverse auch langfristige Austauschangebote – auch privater Art – die wir unterstützen, finden mit Peru und anderen lateinamerikanischen Ländern, aber auch mit Frankreich statt. Zwischen Polen, der Ukraine und der IGS Wedemark ist der TRI Austausch ein einzigartiges Projekt, welches Jugendliche aller drei Länder im Sinne der politischen und historischen Bildung einmal im Jahr zusammenbringt.  Für sportlich Begeisterte steht jährlich im Frühjahr die Skifahrt – die jahrgangsübergreifend stattfindet und besonders sozial starken Kindern und Jugendlichen angeboten wird – auf dem Programm. Eine besondere Herausforderung, der wir uns gerne stellen, ist die Vorbereitung der Muttersprachler auf die DELF/TELC Sprachprüfung.

Für den Artikel: Carmen Mucha, didaktische Leitung