Schwedenaustausch: I-Pad, Fahrrad und Roxette

Schwedenaustausch: I-Pad, Fahrrad und Roxette

13 Schülerinnen und Schüler haben die vergangene Woche in schwedischen Gastfamilien in der Stadt Varberg verbracht. Im Januar war die schwedische Gruppe zu Besuch in der Wedemark gewesen, nun folgte der Gegenbesuch.

Initiiert von Annika Greif (IGS Wedemark) und Charlotte Frey (Hagaskola Varberg) konnten die Schülerinnen und Schüler so ein wenig in das Leben einer anderen Familie hineinschnuppern, erste Erfahrungen mit einem Auslandsaufenthalt ohne Eltern sammeln und neue Freundschaften schließen. Nicht alle schwedischen Austauschschüler lernen Deutsch als 2. Fremdsprache, so dass insbesondere die englischen Sprachkenntnisse erweitert werden konnten. Die Verständigung klappte reibungslos.

Die Wettervorhersage für die Besuchswoche war eher mäßig gewesen, doch blieb das Glück auf Seiten der Reisenden. Sie konnten alle Aktivitäten im Trockenen und sogar bei Sonnenschein durchführen.

Die Wedemärker lernten gleich an ihrem ersten Besuchstag die Schule ihrer Gastschüler kennen und schwärmten hinterher am meisten wohl vom frisch zubereiteten Essen. Dies ist für die Schülerinnen und Schüler in Schweden kostenlos. Einige wären gerne länger geblieben oder sogar ganz an die schwedische Schule gewechselt, ist doch ein weiterer Unterschied zur IGS, dass die Schülerinnen und Schüler in Schweden in den Pausen ihre Handys nutzen dürfen. Auch der lockere Ton zwischen Schülerschaft und Lehrkräften aufgrund des üblichen „Du“ und der Anrede mit dem Vornamen nahmen die deutschen Schülerinnen und Schüler als positiv wahr. Bei einem Umzug nach Schweden würden sie aber gerne ihre bisherigen Lehrkräfte aus der IGS Wedemark gerne mitnehmen.

Die schwedischen Gastschüler hatten sich für den ersten Nachmittag einen besonderen Ausflug überlegt. Sie fuhren nach Ullared ins Kaufhaus „Gekås“, das größte Kaufhaus Skandinaviens, vielleicht sogar Europas auf 39000m2. Hier gab es alles, was das Schülerherz begehrte und erste Andenken wurden erstanden.

Am nächsten Tag fuhren alle gemeinsam mit dem Zug ins nahegelegene Göteborg, die zweitgrößte Stadt Schwedens. Hier erkundeten sie in einer Stadtführung zu Fuß, mit dem Boot und der Straßenbahn einige Sehenswürdigkeiten der Stadt. Zum Schluss ging es 178 Stufen hinauf zu Skansen Kronan, von wo aus man einen wunderbaren Ausblick über die Stadt hat. Göteborg ist eine von zwei Städten in Schweden, die ein oberirdisches Straßenbahnnetz im Nahverkehr betreiben. Somit war die Straßenbahnfahrt etwas Besonderes. Außerdem ist auch der Schiffsverkehr in den Nahverkehr eingegliedert, um alle Stadtteile möglichst sinnvoll miteinander zu vernetzen.

Mit dem gesamten 9. Jahrgang der Hagaskola ging es am Mittwoch hinaus in die Natur, nach Åkulla, einem Gebiet mit Moor und Buchenwald, etwa 30 km östlich von Varberg. Hier waren verschiedene Aktivitäten, wie eine Rallye und andere Teamspiele vorbereitet worden, so dass die deutschen und schwedischen Schülerinnen und Schüler sich immer besser kennenlernen konnten. In Åkulla wurde im Skistadion (im Winter sind hier Loipen präpariert) noch gegrillt und gepicknickt. Am Abend trafen sich alle Gastfamilien in der Schule zu einem bunten Buffet mit schwedischen Spezialitäten. Hier konnten die deutschen Schüler eingelegten Hering, Smörgåstårta (Butterbrottorte), Köttböllar und vieles mehr probieren. Auch wurden sie von Gemeinde- und Politikvertretungen begrüßt, die die Wichtigkeit des europäischen Austausches hervorhoben.

Am schon letzten Tag in Schweden zeigten die schwedischen Gastschüler ihren deutschen Gästen ihre Heimatstadt auf dem Fahrrad. Bei herrlichem Sonnenschein erkundeten sie Hafen, Strand, Festung und vieles mehr, bevor es noch einen kurzen Abstecher ins interessante Museum in der Festung gab. Hier konnten die deutschen Schülerinnen und Schüler mithilfe einer App die Informationen auf Deutsch lesen und hören. Im Museum war auch der Funde einer Moorleiche ausgestellt, die in den 30er-Jahren im Gebiet um Åkulla gefunden worden war.

Überhaupt stellten die deutschen Besucher fest, dass die Digitalisierung in Schweden einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland hat. Mit Bargeld wird kaum noch gezahlt, sondern meist mit einer App oder mit Karte. In der Schule hatte jeder sein IPad – gestellt von der Kommune. Hier war allerdings auch die interessante Rückmeldung der schwedischen Lehrkräfte, dass sie das alleinige Arbeiten mit dem IPad nicht für sinnvoll erachten, sondern eher den gezielten Einsatz von PCs oder Laptops und Tablets befürworten würden.

Ein Highlight für die Schülerinnen und Schüler war sicherlich noch der Ausflug nach Halmstad (Heimatstadt von Roxette), wo sie als große gemischte Gruppe im Laserdome spielen konnten. Hier zeigte sich am letzten Abend die inzwischen entstandene Gemeinschaft, selbstverständlich wurden die Teams gemischt und auf Englisch die Taktik besprochen. Zum Abschied verabredeten sich dann alle Jugendlichen zum gemeinsamen Pizzaessen.

Für alle Beteiligten war es ein interessantes und eindrucksvolles Erlebnis, auch die Lehrkräfte konnten Anregungen für ihren Schulalltag mitnehmen. Einige Freundschaften werden sich sicherlich noch über den Austausch hinaus halten, Besuche sind schon geplant.

Über eines sind sich alle einig: Die Teilnahme am Austausch war eine sehr gute Entscheidung und sie können allen nachfolgenden Jahrgängen nur empfehlen, sich für entsprechende Angebote immer anzumelden.